Freitag, Juni 09, 2006

Der lezte Widerstand (Super gute Tage)

das letzte Aufbäumen, noch ein paar Stunden dann ist es endlich so weit. WOCHENENDE.
Heute ist Anpfiff -
heute ist gepolter.
Wir sind auf nen Polterabend eingeladen bei dem eine Grossleinwand das runde Leder in aktion zeigen wird.
Immerhin - wir werden ein warmes und sonniges We haben *es wurde auch Zeit, lieber Petrus*.

So - ich hab euch ein Statement zu X-Men versprochen. Hier ist es: Wie bei fast allen Fortsetzungen war der erste Teil doch der Beste. Es scheint als ob die Kinozeit der X-Men vorbei wäre, doch blieben ein paar Fragen am Ende noch offen. Die Sache mit der Brücke war vielleicht etwas übertrieben, aber nun gut - man kann damit leben.
Ich würde sagen, dass der Film nen Kucker auf alle Fälle wert ist. Über den Inhalt werde ich nicht mehr verraten, denn der ein oder andere möchte den Film sicher selber noch anschauen.

***Xavier wollte doch schon immer Brücken schlagen***

Und nun noch eine Buch, dass ich wärmstens empfehlen kann:

*Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone* Am liebsten wäre Christopher in einer Weltraumkapsel allein auf endloser Fahrt. Die Menschen, ihre Launen und Stimmungswechsel sind dem autistischen Jungen ein ewiges, kaum lösbares Rätsel. Seine Welt stellt sich als streng logisches Fakten- und Zahlenwerk dar. Er schätzt es nicht, angefasst zu werden, nimmt Speisen nur an, wenn sie einander auf dem Teller nicht berühren und nennt die Welt der Primzahlen sein Zuhause. Und Sherlock Holmes natürlich, der in seiner glasklaren Logik für den Jungen ein natürliches Vorbild darstellt. Folgerichtig schlüpft Christopher, als er Wellington, den Hund der Nachbarin Mrs. Shears, mit einer Mistgabel erstochen auffindet, in die Rolle des viktorianischen Superhirns.
Die Story, versehen mit zahlreichen Schautafeln, Zeichnungen und Tabellen aus Christophers überreicher Innenwelt, entwickelt gehörige Spannung und staubtrockenen Humor. Ganz gegen den Willen seines Vaters beginnt Christopher seine "Ermittlungen", wird mit einem mehr als unvermuteten Hundekiller konfrontiert, enttarnt ungeahnte amouröse Verflechtungen und löst so nebenbei das Geheimnis um seine "verstorbene" Mutter.
Wichtiger und spannender jedoch: Der Leser erhält ein seltenes und kostbares Seelenporträt eines Autisten. Wie lebt ein Junge, der das Mienenspiel seiner Mitmenschen nicht deuten kann? Der ihre metaphernreiche Sprache (Wörter wie "futtern" oder "Augapfel" sind für Christopher beständige Fallstricke) nicht versteht? Der immer die Wahrheit sagt? Dem ein strikter Tagesablauf alles bedeutet, neue Eindrücke hingegen zum gefährlichen Kollaps führen können? Durch den Spiegel von Christophers Auge erleben wir uns Menschen gleichsam als unlogische Geisteszwerge und emotionale Irrläufer, dauerbehindert durch Gefühle, Ressentiments, aber eben auch durch Zweifel und Skrupel. Mark Haddon hat uns mehr als einen Krimi geschenkt -- einen wundervollen Einblick in eine fremde Seelenwelt.


Das war es dann mal für heute habt alle ein schönes We und geniesst die Sonne.

1 Kommentar:

Britt hat gesagt…

kann ich bestätigen. Habe das Buch in Irland an 2 Tagen glaube ich durchgelesen (und das obwohl ich unterwegs war). War toll geschrieben und man fängt an, das 'nicht normale' ganz verständlich zu finden. Wirklich toll. Danke fürs Leihen.